Compliance als Haltung

Der Fachbeitrag über erste Ergebnisse der PROTEUS SECUR-Studie zu Status und Zukunftsperspektiven im Compliance Management von Oliver Graf (Geschäftsführer PROTEUS SECUR Consulting & Solutions GmbH, München) und Dr. Pantaleon Fassbender in der Security Insight ist gerade erschienen:

“Kriminelle agieren international und flexibel. Geht die Auseinandersetzung zwischen ihnen und der Prävention im Unternehmen also aus, wie das berühmte Rennen zwischen Hase und Igel? Unsere beiden Autoren haben bei den Verantwortlichen für Compliance und Unternehmenssicherheit unter anderem in einigen DAX-Unternehmen nachgefragt. Wo geht die Reise hin im Compliance Management?” (Quelle: Zusammenfassung)

Nachstehend der Beitrag im Original: Compliance als Haltung (Quelle: “Compliance als Haltung statt Funktion” auf Seite 64-65 in der Ausgabe 5/2014 der Security Insight)

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„Familienmitglied auf Zeit“: Personenschutz und Psychologie

Der Fachbeitrag über psychologische Aus- und Fortbildung als Erfolgsfaktoren im Personenschutz von Oliver Graf (Geschäftsführer Proteus Secur GmbH, München) und Dr. Pantaleon Fassbender in der Security Insight ist gerade erschienen:

„Aktives Erwartungs- und Konfliktmanagement ist im Personenschutz für exponierte und gefährdete Familien ein zentraler Erfolgsfaktor. Denn in einer von Akzeptanz, Wertschätzung und Transparenz geprägten Arbeitsatmosphäre gelingt es viel besser, Schutzziele zu erreichen und das Sicherheitsniveau signifikant zu erhöhen. Doch nur, wer sich aus psychologischer Perspektive mit den typischen Konfliktkonstellationen auseinandersetzt und professionell seine eigene Reaktion darauf trainiert hat, kann diesen Vorteil tatsächlich nutzen.“ (Quelle: Zusammenfassung)

Nachstehend der Beitrag im Original: SI_2_14_Proteus (Quelle: „Familienmitglied auf Zeit“ auf Seite 54 in der Ausgabe 2/2014 der Security Insight)

The upcoming Edward Snowden-case: is it all about leadership – again?

It might be too early to comment in depth on a issue that is still surfacing.

But whatever will come out of Edward Snowden’s alleged wistleblowing on NSA’s prism-programme, one thing is quite clear:

Government sub-contractors and Government itself (just to remind the audience of Bradley Manning) have a severe problem to teach confidentiality to intelligent and aspiring young men who might be looking for a real purpose in life and who seem to be kind of loners.

Although this is a very simplified profile, it is nonetheless empirically based on an assessment of the Guardian-interview (see above) carried out with LIWC 2007 (source: own analysis), a computer-based content analysis tool to be applied for personality-assessment at a distance.

Lessons learned?

  • Again, as often suspected in information-leaking-cases, there is much more psychology and (missed opportunity for) leadership to be taken into account than we usually see in the practice of compliance-heavy information-security-programmes.
  • There might be a strong need to concentrate on training for information-security-ethics and dilemmata at hand.
  • Especially consulting firms (Government sub-contractors or otherwise working with sensitive data) will have to analyze what consequences the Snowden/Booz Allen-case will have for their future training practice in information security.
  • And, yes: it might be useful to spend some thinking on hiring and managing personalities with the special skills-/needs-set, as exemplified in the very short „profile“ above!

Homegrown Terrorism: a balanced View

Daveed Gartenstein-Ross´ recent blog entry at al-Wasat is a very balanced and highly informative piece on radicalization processes of so-called „homgrown terrorists“ that introduces different (psychological) radicalization models and discusses their limitations and conceptual barriers as well as providing a sound overview of the Tsarnaevs´case through the lenses of these models.
Go, read for yourself!

Psycholinguistisches Profiling und Autorenschaftsanalyse

Pennebaker und Kollegen haben für die Analyse der Inhalte und der sprachlichen Muster von Texten eine Software mit integriertem Wörterbuch entwickelt, das sog. „Linguistic Inquiry and Word Count” (LIWC; Pennebaker et al., 2001). LIWC stellt ein computergestütztes Textanalyseprogramm dar, das einzelne Wörter unter Rückgriff auf ein hinterlegtes Wörterbuch einer oder mehreren vordefinierten Sprachkategorien zuordnet, deren Auftretenshäufigkeit zählt und prozentual in Relation zur Textlänge darstellt.

Die englische Version umfasst 72 Wortkategorien mit mehr als 2 300 Wörtern bzw. Wortstämmen. Wörter können gleichzeitig mehreren Kategorien zugeordnet werden. So findet sich beispielsweise für das englische Wort „sad“ ein Eintrag in drei Kategorien: „Affect“, „Negative Emotions“ und „Sadness“. Die teilweise hierarchisch gegliederten LIWC-Kategorien decken ein breites Spektrum an grammatikalisch-linguistischen Variablen (z. B. Artikel, Pronomina) bzw. thematisch-inhaltlichen Bereichen (z. B. positive und negative Emotionen, kognitive Prozesse, soziale Prozesse) ab. Das LIWC-Wörterbuch wurde in mehreren Schritten entwickelt. Ausgangsidee war, Wortgruppen zu identifizieren, die grundlegende emotionale und kognitive Dimensionen der Sprache repräsentieren. Hierfür wurden in einer rationalen Vorgehensweise aus verschiedenen Quellen, wie z. B. Emotionsfragebögen, Wörterbüchern und Thesauren, Wörter gesammelt und den jeweiligen Kategorien des LIWC-Wörterbuchs zugeordnet. Jeder Eintrag wurde von mehreren unabhängigen Beurteilern hinsichtlich der Zugehörigkeit zu einer Kategorie eingeschätzt, wobei sich Prozentübereinstimmungen zwischen den Beurteilern von 93 % bis 100% ergaben (Pennebaker et al., 2001). Mit der Programm-Fassung LIWC 2007 (Pennebaker et al., 2011) liegt auch ein deutschsprachiges Wörterbuch vor. Ergebnisse zur Validität der deutschen LIWC-Version liefern Wolf et al. (2008).

LIWC ist sehr gut geeignet, um anonyme Drohungen oder anonyme Texte zu untersuchen und Rückschlüsse auf Persönlichkeit und psychologische Disposition des Verfassers zu ermöglichen!

Eine aktuelle Einführung in Konzepte und Erhebungsverfahren bietet Pennebaker (2011). Chung & Pennebaker (2011) bzw. Pennebaker & Chung (2008) dokumentieren den Einsatz des Verfahrens, für das mittlerweile u.a. auch arabische und russische Wörterbücher vorliegen, bei der Analyse von Transkripten von Terror-Botschaften und terroristischen Manifesten.

Literatur

Chung, C.K. & Pennebaker, J.W. (2011). Using Computerized Text Analysis to Assess Threatening Communications and Behavior. In: C. Chauvin (Ed.). Threatening Communications and Behavior: Perspectives on the Pursuit of Public Figures (3-32). Washington, D.C.: National Academic Press.

Newman, M.L., Groom, C.J., Handelman, L.D. & Pennebaker, J.W. (2008). Gender Differences in Language Use: an Analysis of 14.000 Text Samples. Discourse Processes, 45:211–236.

Pennebaker, J.W. (2011). The secret Life of Pronouns. What our Words say about Us. New York, NY.: Bloomsbury Press.

Pennebaker, J. W., Francis, M. E. & Booth, R. J. (2001). Linguistic Inquiry and Word Count – LIWC2001. Mahwah, N.J.: Erlbaum.

Pennebaker, J. W., Francis, M. E. & Booth, R. J. (2011). LIWC2007: Linguistic Inquiry and Word Count. Vers. 1.12. Austin, TX.: liwc net.

Pennebaker, J.W. & Chung, C.K. (2008). Computerized Text Analysis of Al-Qaeda Transcripts. In: K. Krippendorff & M. Bock (Eds.). A Content Analysis Reader (453-466). Thousand Oaks, CA: Sage.

Tausczik, Y.R. & Pennebaker, J.W. (2010). The psychological Meaning of Words: LIWC and computerized Text Analysis Methods. Journal of Language and Social Psychology, 29 (1): 24-54.

Wolf, M., Horn, A.B., Mehl, M.R., Haug, S., Pennebaker, J.W. & Kordy, H. (2008). Computergestützte quantitative Textanalyse. Äquivalenz und Robustheit der deutschen Version des Linguistic Inquiry and Word Count. Diagnostica, 54 (2): 85-98.