Moral Reasoning by Terrorists

See further down a groundbreaking empirical study on terrorist mindsets published in „Nature. Human Behaviour“ recently. Results offer new perspectives for threat assessment und prevention:

„We found that moral judgement in terrorists is abnormally guided by outcomes rather than by the integration of intentions and outcomes. This pattern was partially related to emotion recognition and proactive aggression scores but independent from other cognitive domains. In addition, moral judgement was the measure that best discriminated between terrorists and non-criminals.“ (Source: summary)

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Neues von der „Dunklen Triade“

Während die sog. „dunkle Triade“, also ein Syndrom aus subklinischem Narzissmus, Machiavellismus und subklinischer Psychopathie schon seit längerem die Aufmerksamkeit von Forschern und Praktikern in Compliance, Unternehmenssicherheit und Personalauswahl als Prädiktor for Risikoverhalten und dolose Neigungen geniesst, fehlte es bislang im deutschsprachigen Raum an einem integrierten und psychometrisch validierten Erfassungsinstrument. Zwar liegen für die Konstrukte je für sich Fragebogenverfahren und diagnostische Instrumente bis hin zur Psychopathy Checklist (PCL) von Hare vor, doch stellten sich den Einsatz häufig arbeitsrechtliche Argumente entgegen, weil jeweils umfassend auch Aspekte des Privatlebens (z.B. Sexualverhalten) Eingang in die Bewertung fanden. In Kürze wird die Testzentrale des Hogrefe-Verlages dazu ein neues Instrument zur Verfügung stellen, dessen jetzt veröffentlichte Beschreibung ihm eine gewisse Aufmerksamkeit sichern sollte!

Das TOP – Dark Triad of Personality at Work-Verfahren „misst daher nur die für das Berufsleben relevanten Aspekte der Dunklen Triade der Persönlichkeit durch explizit berufsbezogen formulierte Items. Nicht in der TOP berücksichtigt wird beispielsweise promiskuitives Sexualverhalten, das Teil des vollständigen theoretischen Psychopathie-Konstrukts ist oder die physische Eitelkeit eines Narzissten. Die Testentwicklung wurde explizit vor dem Hintergrund des beruflichen Kontexts vorgenommen alle Entwicklungs- und Validierungsstudien an Personen mit Berufserfahrung durchgeführt. Validierungsstudien belegen die Zusammenhänge der TOP zu eignungsdiagnostisch relevanten Kriterien. In Akzeptanzuntersuchungen wurde die TOP bezüglich der Wahrung der Privatsphäre und der Augenscheinvalidität besser als gängige, nicht berufsbezogene Triade-Verfahren und ihre Angemessenheit zu Personalauswahlzwecken als höher eingeschätzt“ (Quelle: Hogrefe).

Aber es gibt noch eine weitere Herausforderung bei der Dunklen Triade!

Machiavellismus, Narzissmus und Psychopathie machen einen Vorgesetzten oder Kollegen (die männliche Form ist bewusst gewählt, weil es zumindest beim Machiavellismus Indizien für eine Kovariation genetischer Marker mit dem männlichen Geschlecht gibt) nicht unbedingt sympathischer, aber es kann durchaus Jobkriterien geben, bei denen Aspekte dieser Eigenschaften nicht uninteressant sein mögen. In jedem Fall gibt es so etwas wie tätigkeitsspezifische Risikoadjustierung, also die Dunkle Triade mag mag beim Bäckermeister um die Ecke weniger relevant sein als im Tradingraum einer Investment-Bank, wo man sich ggfls. ein anderes Niveau von Assertiveness, Impact und Risikobereitschaft wünschen mag.

Was also tun, wenn ein Diagnoseergebnis nicht nur für „Ja“ oder „Nein“ im Placement geeignet ist, sondern es darum geht, beim „Es kommt darauf an“ eine differenzierte Abwägung vorzunehmen?

Dazu im Erscheinen begriffen ist jetzt ein spannendes Buch zweier Autoren aus dem Umfeld von Hogan Assessments, eines internationalen Managementdiagnostik-Spezialisten, der mit dem HDS bereits seit langem ein entsprechendes Fragebogenverfahren im Angebot hat. Coaching the dark Side of Personality verspricht eine interessante Lektüre zu werden!

Für die grundlegenden Probleme bei diesem Thema sei im übrigen der nachstehende bereits etwas ältere Beitrag als Ressource empfohlen:

Coaching on the dark Side

Neue Risk Management Lösungen: OSINT, Länderrisiken und Reise-Sicherheit

Jenseits der für den deutschen Raum – gerade unter Preis-/Leistungs-Aspekten wegweisenden Traxpat-Lösung für Reisesicherheit und taktisches Krisenmanagement bieten sich für OSINT-Anwendungen auch Echosec (für geo-basierte Suchen) und gegebenenfalls im angloamerikanischen Raum auch operative Produkte von NC4 oder iJet an.

TRAXPAT: „Der traxpat® Global Risk Monitor ist ein globales 24/7 Krisen-Informationssystem, mit dessen Hilfe kritische Ereignisse weltweit detektiert, analysiert und über ein Geoinformationssystem dargestellt werden. Kommunikation und Alarmierung erfolgen automatisiert. Ereignisse der folgenden Kategorien werden georeferenziert abgebildet:

  • Meteorologie, Umwelt, Geologie
  • Politik/Sicherheit
  • Technologie, Transport
  • Biologie, Gesundheit
  • Komplexe Notfälle.

Über unternehmensspezifische Layer können Zusatzinformationen wie z.B. Länderdaten, Flughäfen, Krankenhäuser, Gesundheitsinformationen, Reisewarnungen und Risikobewertungen eingebunden und verknüpft werden.“ (Quelle: Website)

NC4: „NC4 Signal™ is a social media monitoring tool that is designed to filter through the endless flow of information across major social media platforms, like Twitter and Facebook, and presents you with a customized stream of rich, relevant data in real-time. NC4 Signal provides law enforcement, public safety and emergency management with the ability to leverage social media in developing intelligent insight. Delivered through the Microsoft Azure Government cloud, it is available anywhere, anytime from any web-enabled device.“ (Quelle: Website)

iJet: „iJET’s Global Intelligence solutions are designed to protect your personnel and help to ensure continuity of operations. (…) Our Global Integrated Operations Center (GIOC) is founded upon best practice methodologies pioneered by the world’s most advanced intelligence organizations, and staffed by analysts and subject matter experts with diverse backgrounds appropriate for supporting our nine threat categories – Entry-Exit, Communications/Technology, Legal, Financial, Environment, Culture, Health, Security and Transportation. We maintain an in-depth intelligence database on more than 191 countries and 363 cities. Our expert analysts monitor the globe in 30 languages, 24 hours a day, to ensure that our clients have the best information available to aid in critical decision-making.

  • Worldcue Global Control Center: iJET’s global intelligence subscription-based products available in a single tool that allows clients to prepare for, monitor and respond to threats that may impact their people and assets around the world.
  • Intelligence Alerts: SMS- and email-based notifications ensure clients are aware of potentially dangerous or disruptive incidents before they occur, or as they unfold in real-time.
  • Daily Intelligence Brief: Released at 0630 EST, Monday-Friday, this tactical product covers recent developments by region and includes all alerts and situation reports from the previous 24 hours.
  • Health Intelligence Monitor: iJET’s weekly publication capturing the latest intelligence on a range of diseases, and more deeply exploring recent developments in the field of travel medicine.
  • Monthly Intelligence Forecast: Designed as a more long-term, strategic outlook, this publication offers our clients a 30-90-day assessment of key regional developments.
  • Airline Safety Newsletter & Worldcue Airline Monitor: iJET’s Worldcue® Airline Monitor and quarterly Airline Safety Newsletter provide business leaders with two powerful tools to make decisions about airline carrier safety and help reduce travel risk across the entire organization.“ (Quelle: Website)

Wer Intelligence-Support auf der strategischen Ebene sucht, der wird möglicherweise – neben den bereits in diesem Blog diskutierten Angeboten von Recorded Future oder (für Web-Intelligence) Blab auch das Leistungsspektrum von Predata prüfen:

Predata: „Subscribers to the full Predata platform receive access to the prediction engine, which runs regressions between signals and event sets to identify sources indicative of volatility and build predictive indicators based on them. Predictions can be run using current data or benchmarked using historical data to calculate standard statistical measures of efficacy.“ (Quelle: Website)

Der hier verlinkte Bloomberg-Beitrag – das Medien-Unternehmen nutzt selbst die Dienstleistungen von Predata – gibt interessante Hintergrundinformationen. Die folgende Grafik verdeutlicht die Logik-des Systems am Beispiel des Social Media-Pegels zu unterschiedlichen Terror-Anschlägen.

Quelle: http://www.bloomberg.com/news/articles/2016-04-06/this-startup-is-predicting-the-future-by-decoding-the-past#media-2

Multiple Bedrohungsszenarien

Auf dem Internet-Auftritt der Proteus Secur Consulting & Solutions GmbH finden Sie einen Kommentar von Dr. Pantaleon Fassbender zu möglichen Konsequenzen für das Sicherheitsmanagement aus den Brüsseler Anschlägen:

„Stärker als bisher müssen multiple Bedrohungsszenarien berücksichtigt werden, die von der Mega-Attacke bis zur Entführung von hochrangigen Entscheidungsträgern oder Experten reichen können. Insofern gilt es – gerade für Sicherheitsverantwortliche von Unternehmen – das bisherige Bild der Daesh-/IS-Bedrohung im Westen deutlich differenzierter zu betrachten. Mit einer Wende von den dezentralen Angriffen der letzten Jahre hin zu möglicherweise deutlich stärker zentral koordinierten Schlägen bedarf es einer präziseren Risikobewertung und Beurteilung der Daesh-Strategie. Diese Einschätzung müsste vor allem – das wäre jedenfalls die Lehre für Berichterstattung und Journalismus – nicht beim ewig gleichen Blick auf die Fassade des vermeintlich irrationalen Wahnsinnigen stehen bleiben, sondern hinter diese Maske schauen und das strategische Kalkül der asymmetrischen Bedrohung durch den sogenannten Islamischen Staat freilegen!“

Neue Literatur für Compliance und Unternehmenssicherheit: ein Streifzug

Hinreichend weit vor der Frankfurter Buchmesse, aber pünktlich zum Herbstanfang einige Leseempfehlungen im Überschneidungsbereich von Unternehmenssicherheit und Compliance:

  • Bernd-Uwe Stucken / Philipp Senff (Hrsg). (2015). Compliance Management in China. Praxishandbuch für Manager. Freiburg: Haufe. Der Titel sagt schon alles. Nicht billig, aber lesenswert!
  • Maren Richter (2014). Leben im Ausnahmezustand. Terrorismus und Personenschutz in der Bundesrepublik Deutschland. Frankfurt am Main: Campus. Eigentlich ein Zufallsfund, der sich als spannende und einzigartige historische Studie zum Personenschutz in der Zeit der RAF-Bedrohung in der alten Bundesrepublik entpuppt hat.
  • Steve J. Martin, Noah J. Goldstein & Robert B. Cialdini (2015). Überzeugen mit einfachen Kniffen. Göttingen: Hogrefe. Eine Goldgrube für den Nachttisch: erfrischende Tipps für Überzeugung und Einflussnahme – flott geschrieben und durchgängig empirisch abgesichert!
  • Geoff Dean (2014). Neurocognitive risk assessment for the early detection of violent extremist. Heidelberg: Springer. „Harte Kost“, aber ein extrem spannendes Thema. Es lohnt sich, „Geoff Dean“ zu bookmarken, um zu schauen, was aus dieser neurowissenschaftlichen Anwendungsforschung für die Terrorismus-Forschung entstehen wird!
  • Jens Hoffmann (2015). Menschen entschlüsseln. München: MVG. Empfehlenswert – eine gute Übersicht über „Profiling im Alltag“ des bekannten Kriminalpsychologen.
  • Michael Maccoby (2015). Strategic Intelligence. Conceptual Tools for Leading Change. Oxford, UK: Oxford University Press. Gutes Change Management-Buch, dem auch Compliance- und Security-Praktiker in der Prohjektumsetzung etwas abgewinnen werden!

Handwriting analysis: new data for an old debate?

If you are interested in the epic debates of psychodiagnostics at a distance, try this current piece in the Washington Post citing research that claims to have observed a statistical association between a large CFO-signature on official documents filed with the SEC and „creative reporting“.

Well, one thing is for sure: this will not end the discussions about pros and cons of – by the way, largely unvalidated for wider psychological claims – handwriting analysis …

Which of course, is of forensic interest, e.g., for authentification or signs of neurological disorders etc.