Die digitale Glaskugel

Stellen Sie sich vor, es geschieht ein Einbruch und die Polizei ist schon da. Weil sie bereits vor dem Einbruch weiß, wo die nächste Straftat verübt wird. Und was wäre, wenn es einen Vorhersagemarkt für Regierungen gäbe, die immer schon wissen, was passieren wird – und das Geschehen deshalb verhindern oder befördern können?
Schnapsidee oder ein großes Projekt oder beides?

Ein Beitrag über Big Data und Predictive Politics nachstehend in der Anlage: Die digitale Glaskugel

Quellen

Max Biederbeck, 23. Juni 2016, Lassen sich Kriege und Terror berechnen, bevor sie passieren? WIRED.de. Abgerufen am 28.12.2016.

N.F. Johnson, M. Zheng, Y. Vorobyeva, A. Gabriel, H. Qi, N. Velasquez, P. Manrique, D. Johnson, E. Restrepo, C. Song, S. Wuchty (2016). New online ecology of adversarial aggregates: ISIS and beyond. Science, 17 June 2016: 1459-1463.

Moral Reasoning by Terrorists

See further down a groundbreaking empirical study on terrorist mindsets published in „Nature. Human Behaviour“ recently. Results offer new perspectives for threat assessment und prevention:

„We found that moral judgement in terrorists is abnormally guided by outcomes rather than by the integration of intentions and outcomes. This pattern was partially related to emotion recognition and proactive aggression scores but independent from other cognitive domains. In addition, moral judgement was the measure that best discriminated between terrorists and non-criminals.“ (Source: summary)

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Neues von der „Dunklen Triade“

Während die sog. „dunkle Triade“, also ein Syndrom aus subklinischem Narzissmus, Machiavellismus und subklinischer Psychopathie schon seit längerem die Aufmerksamkeit von Forschern und Praktikern in Compliance, Unternehmenssicherheit und Personalauswahl als Prädiktor for Risikoverhalten und dolose Neigungen geniesst, fehlte es bislang im deutschsprachigen Raum an einem integrierten und psychometrisch validierten Erfassungsinstrument. Zwar liegen für die Konstrukte je für sich Fragebogenverfahren und diagnostische Instrumente bis hin zur Psychopathy Checklist (PCL) von Hare vor, doch stellten sich den Einsatz häufig arbeitsrechtliche Argumente entgegen, weil jeweils umfassend auch Aspekte des Privatlebens (z.B. Sexualverhalten) Eingang in die Bewertung fanden. In Kürze wird die Testzentrale des Hogrefe-Verlages dazu ein neues Instrument zur Verfügung stellen, dessen jetzt veröffentlichte Beschreibung ihm eine gewisse Aufmerksamkeit sichern sollte!

Das TOP – Dark Triad of Personality at Work-Verfahren „misst daher nur die für das Berufsleben relevanten Aspekte der Dunklen Triade der Persönlichkeit durch explizit berufsbezogen formulierte Items. Nicht in der TOP berücksichtigt wird beispielsweise promiskuitives Sexualverhalten, das Teil des vollständigen theoretischen Psychopathie-Konstrukts ist oder die physische Eitelkeit eines Narzissten. Die Testentwicklung wurde explizit vor dem Hintergrund des beruflichen Kontexts vorgenommen alle Entwicklungs- und Validierungsstudien an Personen mit Berufserfahrung durchgeführt. Validierungsstudien belegen die Zusammenhänge der TOP zu eignungsdiagnostisch relevanten Kriterien. In Akzeptanzuntersuchungen wurde die TOP bezüglich der Wahrung der Privatsphäre und der Augenscheinvalidität besser als gängige, nicht berufsbezogene Triade-Verfahren und ihre Angemessenheit zu Personalauswahlzwecken als höher eingeschätzt“ (Quelle: Hogrefe).

Aber es gibt noch eine weitere Herausforderung bei der Dunklen Triade!

Machiavellismus, Narzissmus und Psychopathie machen einen Vorgesetzten oder Kollegen (die männliche Form ist bewusst gewählt, weil es zumindest beim Machiavellismus Indizien für eine Kovariation genetischer Marker mit dem männlichen Geschlecht gibt) nicht unbedingt sympathischer, aber es kann durchaus Jobkriterien geben, bei denen Aspekte dieser Eigenschaften nicht uninteressant sein mögen. In jedem Fall gibt es so etwas wie tätigkeitsspezifische Risikoadjustierung, also die Dunkle Triade mag mag beim Bäckermeister um die Ecke weniger relevant sein als im Tradingraum einer Investment-Bank, wo man sich ggfls. ein anderes Niveau von Assertiveness, Impact und Risikobereitschaft wünschen mag.

Was also tun, wenn ein Diagnoseergebnis nicht nur für „Ja“ oder „Nein“ im Placement geeignet ist, sondern es darum geht, beim „Es kommt darauf an“ eine differenzierte Abwägung vorzunehmen?

Dazu im Erscheinen begriffen ist jetzt ein spannendes Buch zweier Autoren aus dem Umfeld von Hogan Assessments, eines internationalen Managementdiagnostik-Spezialisten, der mit dem HDS bereits seit langem ein entsprechendes Fragebogenverfahren im Angebot hat. Coaching the dark Side of Personality verspricht eine interessante Lektüre zu werden!

Für die grundlegenden Probleme bei diesem Thema sei im übrigen der nachstehende bereits etwas ältere Beitrag als Ressource empfohlen:

Coaching on the dark Side

‘Criminalised’ Islamic State Veterans – A Future Major Threat in Organised Crime Development?

Please take note of this interesting piece of research in the current issue of „Perspectives on Terrorism„: „This article considers the implications of criminalised Muslim Diaspora community members from the West travelling to the Middle East and becoming involved in the terrorist activities of the Islamic State (IS), and ultimately returning from whence they came. It also reflects on the differences over time amongst the profile of recruits that have taken place since the time of the Mujahedeen in Afghanistan, to the ascendancy of IS. Recent research indicates both terrorist and organised crime groups draw recruits from the same Diaspora communities, a position supported in this article. While the focus of law enforcement and media attention appears to be on the potential of Islamic State Middle East veterans committing terrorist acts in the West on returning from conflict zones, there may well be a pervasive danger of them bringing significant risk to their countries of origin through enhanced participation in organised crime. The views of a selection of recently retired police professionals were gathered, and were found to support concerns around this potential significant and dangerous outcome of homecoming foreign fighters.“ (Source: abstract)

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Informationsschutz ist mehr als „Cybersecurity“

Der Fachbeitrag über die vermeintlich „weiche“ Seite des Informationsschutzes und modernes Pre-Employment-Screening in Wachschutz und Sicherheit von Oliver Graf (Geschäftsführer PROTEUS SECUR Consulting & Solutions GmbH, München) und Dr. Pantaleon Fassbender in der Security Insight ist gerade erschienen. Nachstehend der Beitrag im Original!

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Quelle: „Informationsschutz ist mehr als ‚Cybersecurity‘” auf Seite 65-67 in der Ausgabe 5/2016 der Security Insight von Prosecurity Publishing.

New analysis about IS on twitter

See a new piece of analysis by RAND-researchers analyzing communication dynamics and Twitter-communities with regard to IS-followers and IS-opponents.

While showing methodically the power of big data social network analysis for counterterrorism comms, the study’s recommendations are especially noteworthy:

  • „Twitter should continue its campaign of account suspensions: This campaign likely harasses ISIS Twitter users, forces them to lose valuable time reacquiring followers, and may ultimately push some to use social media channels that are far less public and accessible than Twitter.
  • U.S. military Information Support Operations planners, as well as State Department messengers, should continue to highlight ISIS atrocities. The Twitter impact of the burning of the Jordanian pilot as well as previous findings suggesting a relation between ISIS atrocities and ISIS opposition on Twitter indicate that such atrocities may galvanize opponents.
  • Nations and organizations (such as U.S. military and State Department messengers) looking to countermessage ISIS on Twitter should tailor messages for and target them to specific communities: The ISIS Twitter universe is highly fragmented and consists of different communities that care about different topics.“ (Source: summary)

We will see how these findings impact twitter info wars in the future!

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