„Does heroic status influence the propensity for executives to commit crimes?“

Arnulf und Gottschalck, zwei Autoren von der BI Business School in Oslo, haben in Ihrer im Journal of Investigative Psychology and Offender Profiling 2012 veröffentlichten empirischen Studie einen spannenden Ansatz gewählt. Denn sie beschäftigen sich mit Wirtschaftskriminellen, die vor Ihrer Verurteilung bereits im Rampenlicht der Öffentlichkeit standen – und zwar als durchaus positiv bewertete Personen des öffentlichen Interesses! Wenn man so will, geht es um die interessante Frage, was aus dem „Helden“ einen Kriminellen macht bzw. aus dem Blickwinkel der Führungsforschung gesehen, was „Derailment“ einer Karriere ausmacht (jedenfalls dann, wenn man erwischt wird).

Immerhin 28 Täter aus Ihrer Stichprobe im Umfang von 178 Personen gehören in diese Gruppe. Neben der klassischen Theorien, die bei Wirtschaftskriminalität mangelnde Selbstkontrolle oder die schleichende Aneignung von „falschen Standards“ am Werk sehen, beschäftigen sich die beiden Autoren vor allem mit der Bedeutung eines übersteigerten Narzissmus für Kriminalität im Geschäftsleben.

Angesichts der vielfältigen kasuistischen Evidenz ein wichtiges Thema, das in der Forschungsfrage gipfelt, ob der Schaden, den narzisstische Wirtschaftskriminelle verursachen, größer sei als derjenige, der auf in dieser Hinsicht unauffällige Täter zurückgeführt werden könne. Tatsächlich werden Kernaspekte dieser Hypothese in der Untersuchung eindeutig bestätigt:

„First, the heroic leaders are older than the regular leaders. Heroic leaders as white-collar criminals receive a significant longer jail sentence. Perhaps this is because their criminal amount is significantly larger in terms of money abused. Heroic leader criminals report a significantly higher income to the public revenue service. Heroic leader criminals involve significantly fewer persons in their crime. Heroic leader criminals operate in larger organisations in terms of business revenue and number of employees. And finally, the amounts of money that heroic leaders try to gain by criminal acts are significantly higher than for non-heroic leaders.“

Und wieder einmal stellt sich die Frage, ob unsere Governance-Prozesse gegen Wirtschaftskriminalität „from the Top“ angemessen vorbereitet sind. Oder, zugespitzter formuliert: wie werden Aufsichtsräte und Beiräte für die Prävention von Wirtschaftskriminalität qualifiziert?

Einzelheiten zum, wie ich finde, pfiffigen Untersuchungsdesign können im übrigen dem nachstehend beigefügten Originalbeitrag entnommen werden!

Heroic Leaders and White Collar Crime

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