Prism und Tempora: wie machen die das eigentlich?

… oder präziser formuliert: was kommt nach dem Datenstaubsauger? Eine Frage, die man natürlich auch Facebook und Co. stellen kann und stellen sollte!

Natürlich wissen wir nicht mit Sicherheit, wie man sich die massenhafte automatisierte Auswertung von Internet-Kommunikation auf der Suche nach der „Stecknadel im Heuhaufen“ terroristischer Gefährdungssignale vorstellen soll. Wir wissen jedoch, daß es kein triviales Problem darstellt, Verhaltensprognosen vorzunehmen, wenn die Zielereignisse im Vergleich zur Gesamtstichprobe eine solch geringe Auftretenswahrscheinlichkeit haben. Vielleicht haben die Datenaufbereiter von NSA und GCHQ dieses Problem jedoch bereits gelöst, denn hier könnte gelten: in der Masse steckt die Wahrheit.

Falls dem so ist, welche Verfahren könnten Sie bei der automatisierten Analyse von Gefährdungssignalen einsetzen? Dem Interessenten kann dabei durch einen aktuellen Bericht der RAND Corporation geholfen werden. Seit kurzem nämlich liegt deren neuer Sammelband „Using Behavioral Indicators to Help Detect Potential Violent Acts“ der Öffentlichkeit vor.

Nachzulesen in Kapitel 6 sind dann z.B. die Auswertung psycholinguistischer Sprachmuster und Stilelemente (LIWC – wir haben darüber schon an anderer Stelle in diesem Blog geschrieben), die Inhaltsanalyse von Botschaften (insbesondere im Vergleich mit einem existierenden Korpus von Droh- und Gefährdungs-Kommunikation) sowie (natürlich) die massive Auswertung von Vernetzungsdaten.

Nimmt man alle drei Indikatoren-Gruppen zusammen, kann man sich durchaus vorstellen, daß bei der Menge von Informationen, die – geht man vom in der Presse gehandelten Volumen zumindest der Tempora-Aktivitäten der Briten aus – auflaufen, präzise Warnsignale möglich sind.

Leider bleibt das für die meisten von uns „Glaubenssache“: denn ohne Security-Clearing zur eigenständigen In-Anschauung-Nahme bleibt gerade bei Textmengen begrenzten Umfangs die Beobachtung im Gedächtnis, daß es oft „so richtig doch noch nicht passt“. Immerhin kann jeder selbst die Probe vornehmen, denn wer es einmal ausprobieren möchte, muß nur sein eigenes (oder ein anderes) Twitter-Handle in einer Kurzform von LIWC hier auf ein (eher robustes) Persönlichkeitsprofil hin untersuchen lassen … !

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